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Pädagogik

Wir eröffnen Wege zu sich selbst und zu anderen.

Erlebnispädagogik

Ein erlebnispädagogisches Vorgehen zeichnet sich aus durch:  

  • Ein handlungs- und prozessorientiertes Vorgehen
  • Learning by doing
  • Lernen in der Natur
  • Lernen durch Selbsterfahrung
  • Lernen in der Gemeinschaft

In der Erlebnispädagogik (nachfolgend mit EP abgekürzt) ist der Begriff des Erlebnisses zentral. „Erlebnisse sind Bewusstseinsvorgänge, in denen der Mensch tief innerlich und ganzheitlich von der Sinn- und Wertfülle eines Gegenstandes [hier: Situation, Anm.d.V.] ergriffen wird.“  Erlebnisse ergeben sich – im Gegensatz zu Ereignissen – lediglich aus der rein subjektiven Ansicht des einzelnen Menschen. Eine Situation (an sich), wird erst dann zu einem Erlebnis, wenn sie von einem Menschen (für sich) als besonders wahrgenommen wird.
In einem Natursetting (z.B. Berg, Fels, Wald) kreieren wir HERAUS FORDERNDE Situationen, in denen Erlebnisse gemacht werden können. Wie oben beschrieben, sind Erlebnisse nicht 100%tig voraussagbar, da sie subjektiv bedingt sind. Jedoch ist es mit den Methoden der modernen EP möglich ein Setting so zu kreieren, dass Erlebnisse sehr wahrscheinlich sind und die Lernziele erreicht werden. Die Natur ist der größte Seminarraum und bietet eine unendliche Vielfalt für individuelle Erlebnisse.  
Gelegentlich braucht es Zeit, bis etwas Erlebtes durch persönliche Einordnung, Reflexion und Vergleich mit anderen/m, zu einem ganz besonderen Erlebnis - im Nachhinein – wird. Die Nachhaltigkeit der Wirkung ist deswegen nicht geringer. Die Wirkung von erlebnispädagogischen Lernangeboten ergibt sich nicht lediglich aus den Aktionen (z.B. Klettern), sondern durch die Weise in der sie genutzt, präsentiert, kombiniert und reflektiert werden. (vgl. Heckmair/Michl 2004) 
In die EP fließen Erkenntnisse aus der Psychologie, der Soziologie und natürlich aus der Pädagogik mit ein. Speziell die Abenteuerpädagogik und die Naturpädagogik weisen Parallelen zur EP auf und fließen in der Praxis mit ein. Entwickelt wurde die EP zur Zeit der Reformpädagogik um 1900. Etwa seit den 80er Jahren gewinnt die Erlebnispädagogik wieder an Bedeutung, da sie Schlüsselqualifikationen wie soziale und emotionale Kompetenz vermittelt, die in unserer Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt eine zunehmende Rolle spielen. Psychische Belastbarkeit, Teamfähigkeit, kommunikative Fähigkeiten, ein gutes Konfliktmanagement in einer ausgeglichenen, stabilen Persönlichkeit, sind heute Standard Anforderungen eines Jobprofils. Selbstwahrnehmung und Selbstsensibilität sind ebenso wichtige Lernziele in der Erlebnispädagogik. Nur wer weiß, was seine Person ausmacht und wofür er steht, kann sich selbst persönlich und gesellschaftlich verorten und der Welt das zurückgeben, was NUR ER geben kann. 

„Aus der ganz subjektiven Perspektive gesehen, kann der Teilnehmer an erlebnispädagogischen Aktivitäten die Grenzen des Raum- und Zeitverständnisses spüren, an Grenzen seiner körperlichen und seelischen Belastbarkeit kommen, existentielle Bedrohung verspüren. Die scheinbare Banalität des erlebnispädagogischen Ansatzes ist trügerisch: Erlebnispädagogik kann zu Daseins-Fragen führen, die sich Menschen aus allen Zeiten und Räumen notwendigerweise gestellt haben und die in der Flüchtigkeit und Schnelllebigkeit der postmodernen Zeit gerne verdrängt werden.“ (Heckmair/Michl 2004)

Wir setzen Erlebnispädagogik in diversen Natur- und Bergsportarten und sozialen Herausforderungen um. Genaueres finden Sie unter  Methoden.